Das Widerrufsrecht im Online-Handel: Wie du den Widerrufsbutton integrierst

Das Widerrufsrecht im Online-Handel: Wie du den Widerrufsbutton integrierst

Das Widerrufsrecht schafft einheitliche Regeln für Verbraucher beim Online-Kauf und erleichtert den Handel innerhalb der Europäischen Union. Wenn du einen Online-Shop betreibst, solltest du deshalb wissen welche Vorgaben für das Widerrufsrecht im Online-Handel gelten und wie du deine Kundinnen und Kunden darüber richtig informierst. In diesem Beitrag beantwortet dir Webnode:

Was das gesetzliche Widerrufsrecht bedeutet

Im Onlinehandel ist gesetzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht EU-weit festgelegt. Deine Kundinnen und Kunden können den Kauf innerhalb dieser Frist widerrufen, ohne einen Grund dafür angeben zu müssen.

Wichtig: Eine längere Rückgabefrist – zum Beispiel ein freiwilliges 30-Tage-Rückgaberecht – geht über das gesetzliche Widerrufsrecht hinaus und ist eine freiwillige Leistung des Händlers.

Pflichten der Kunden

Kunden dürfen Waren nicht mehr kommentarlos zurückschicken. Sie müssen Händler darüber informieren, dass sie vom Recht des Widerrufs Gebrauch machen und grundsätzlich die Rücksendekosten voll übernehmen. (Es sei denn es ist anders auf den Seiten der AGB vereinbart).

Pflichten der Händler

Als Händler oder Händlerin musst du deinen Kunden vor Bestellabschluss über das Widerrufsrecht informieren. Diese Information muss sichtbar, verständlich und immer abrufbar sein.

Bei einem Widerruf bist du verpflichtet den Kaufpreis zurückzuerstatten, inklusive der Kosten für die ursprüngliche Standartlieferung der Ware. Die Rückerstattung erfolgt gewöhnlicherweise über das Gleiche Zahlungsmittel, das auch bei Kauf verwendet wurde. Du solltest die Rückzahlung innerhalb von 14-Tagen nach Rückerhalt der Ware durchgeführt haben.

Ein Widerruf ist auch vor Erhalt der Ware möglich. Deine Kundinnen und Kunden müssen also nicht warten, bis die Bestellung angekommen ist.

Wann gilt das Widerrufsrecht nicht?

Ausnahmen bestätigen die Regel, vom Widerruf ausgeschlossen sind:

  • Maßgeschneiderte Kleidung und Anfertigungen
  • Schnell verderbliche Waren
  • Versiegelte Produkte
  • Alle Dienstleistungen, die für einen bestimmten Zeitpunkt erbracht werden, wie zum Beispiel Konzertkarten, Hotelzimmerbuchungen, Flugtickets
  • Digitale Inhalte und alles, was als Download angeboten wird, wie Apps, E-Books, Musik, oder Computerprogramme
  • Finanzdienstleistungen, wie z.B. Verkauf von Aktien oder Wertpapiere
  • Versicherungen

Der Widerrufsbutton - eine Widerrufsoption

Bisher wurde im E-Commerce ein Widerruf häufig per E-Mail oder über ein PDF oder mithilfe eines Widerrufsformulars erklärt. Der Widerrufsbutton für den E-Commerce ist seit dem 19.06.26 eingeführt worden. Er soll den Vorgang des Widerrufs vereinfachen, ohne extra viele Schritte.

Hierbei muss es nicht zwingend ein Button sein. Es es genügt, zum Beispiel, ein verlinkter Text. Wichtig ist, dass die Widerrufsoption eindeutig zu lesen und klar zu erkennen ist. Eine eindeutige Bezeichnung mit: “Vertrag widerrufen” oder “Widerruf erklären”.

Unklare Bezeichnungen wie "Kontakt“ oder "Service“ reichen nicht aus, da nicht eindeutig hervorgeht, dass hier ein Widerruf erklärt werden kann.

Funktion des Widerrufsbuttons

Der Widerruf muss in zwei Schritten erfolgen:

1. Widerruf starten

Nach dem Klick auf die Widerrufsoption öffnet sich beispielsweise ein Formular. Dort können Kunden die notwendigen Angaben machen, etwa:

  • Bestellnummer
  • E-Mail-Adresse
  • gegebenenfalls weitere Informationen zur Bestellung

2. Widerruf bestätigen

Anschließend muss der Widerruf noch eindeutig bestätigt werden, indem das Formular beispielsweise eine Schaltfläche mit “Widerruf bestätigen" hat, um das Formular abzusenden. So wird verhindert, dass ein Widerruf versehentlich abgeschickt wird.

Nach dem Absenden des Widerrufs sollte die Kundin oder der Kunde eine Eingangsbestätigung erhalten, beispielsweise per E-Mail. Aus dieser Bestätigung sollte unter anderem hervorgehen, wann der Widerruf eingegangen ist.

Wo die Widerrufsmöglichkeit im Online-Shop zu finden sein soll

Die Widerrufsmöglichkeit muss leicht auffindbar und dauerhaft zugänglich sein. Deshalb solltest du sie nicht allein in deinen AGB oder auf der dritten Unterseite verstecken.

Platziere den Button oder Link zum Formular:

  • im Header bzw. im oberen Bereich deines Online-Shops,
  • im Footer,
  • oder auf den relevanten Shop-Seiten, die dauerhaft und einfach erreichbar sind.

Wichtig ist außerdem, dass die Widerrufsmöglichkeit nicht hinter Pop-ups oder unnötigen Zwischenschritten versteckt wird. Achte bei der Gestaltung auch auf eine gute Barrierefreiheit, beispielsweise durch gut lesbare Schrift und ausreichenden Kontrast.

Weitere hilfreiche Tipps zu Online-Shop Richtlinien findest du in diesem Blogartikel.

Wie du den Widerrufsbutton in deinen Online-Shop mit Webnode einbaust

1. Widerrufsformular erstellen

Beispiel des Widerrufformulares eines mit Webnode erstellten Online Shops

Beispiel eines Widerrufsformulares

Du kannst dieses als Widerrufsmuster verwenden. Weitere Quellen für ein Widerrufsmuster findest du ebenfalls auf den Seiten des Bürgerlichen Gesetzbuches.

2.  Widerrufsoption einfügen und verlinken

Alternativ kannst du auch einen Anker zu deinem Widerrufformular hinzufügen, speziell wenn dieses in einem Abschnitt ist.

Widerrufsoption als verlinkter Text im Footer

Widerrufsoption im Footer in einer Beispielwebsite

Widerrufsbutton auf der Hauptseite des Online-Shops

Widerrufsbutton auf der Haupt-Seite des Online-Shops

Die Bestätigungs-E-Mail zum Versenden des Widerrufsformulars musst du manuell an deine Kunden senden. Deshalb ist es wichtig, die eingehenden Formulare zu priorisieren und eine bestimmte E-Mail zu versenden. In deinem E-Mail-Programm kannst du automatisch Bestätigungen zu den eingehenden Formularen aussenden lassen.

Vergiss nicht die Informationen zum Widerrufsrecht in deiner Widerrufsbelehrung in deinen AGB öffentlich zu machen.

Widerrufsbelehrung in den Webnode E-Shop hinzufügen

Informiere deine Kunden detailliert über das Widerrufsrecht. Je nachdem, was du in deinem Onlineshop anbietest (Vertragsgegenstand), solltest du deine Widerrufsbelehrung anpassen. Ein Muster für eine Widerrufbelehrung findest du auf den Seiten des Bundesministeriums für Justiz.

Erstelle für das Dokument in deinem Online-Shop eine einzelne neue Seite, die du deiner AGB unterordnest. Du kannst diese zusätzlich als Download bereitstellen.

Hinzufügen der Widerrufsbelehrung für Online Shops mit Webnode erstellt

Hinweis zum Widerrufsrecht im Warenkorb (als erster Schritt des Checkoutprozesses)

Die Widerrufsbelehrung muss:

  • richtig auf der Website platziert und verfügbar sein, in jedem Fall in der Fußzeile und in den AGB.
  • die (Nicht) Übernahme von Rücksendekosten eindeutig formulieren.
  • im Check Out verlinkt sein.

Tipp: Füge FAQs für deine Kunden hinzu, in denen du die wichtigsten Fragen beantwortest, wie zum Beispiel: "Wie kann ich den Kaufvertrag widerrufen?" oder "Wer bezahlt die Rücksendekosten?"

Beispiel einer FAQ-Seite zum Widerruf, Alt text: FAQ-Seite für den Widerruf

Beispiel einer FAQ-Seite zum Widerruf

Wichtig für deinen Online-Shop ist, dass der Widerruf so einfach sein soll wie der Kauf. Der Widerrufsbutton und Formular machen dies möglich und die Widerrufsbelehrung informiert deine Kunden über ihre Rechte in deinen AGB.

Interessiert deinen eigenen E-Shop zu kreieren?

Informier dich über Webnodes Vorteile



FAQs


Nein, ein allgemeines Recht auf Widerruf gibt es nicht. Verträge sind grundsätzlich bindend. Ein gesetzliches Widerrufsrecht von meist 14 Tagen greift vor allem bei Online-Käufen, am Telefon oder bei Haustürgeschäften zwischen Verbrauchern und Unternehmen, gilt aber nicht im normalen Ladenlokal oder bei Verträgen zwischen Privatpersonen.

Ja, wichtig ist, dass die Widerrufsfunktion ständig verfügbar und leicht zugänglich ist.

Es muss kein Button sein, sondern kann auch ein verlinkter Text sein. Beide müssen klar und eindeutig zu lesen sein und sich vom umgebenen Text oder Hintergrund abgeben.

Wenn deine Firma außerhalb der EU gemeldet ist und du an nicht EU-Staaten lieferst, dann nicht. Bist du aber als Händler oder Händlerin in der EU gemeldet und lieferst ins Ausland, brauchst du den Button.

Fehlen in deinem Online-Shop die gesetzlich vorgeschriebenen Informationen über dich als Händler bzw. Händlerin und die Rechte deiner Kunden (u.a. der Widerruf und die Widerrufsoption) können Mitbewerber oder Verbände deinen E-Shop abmahnen. Zudem verlängert sich die reguläre Widerrufsfrist für deine Kundschaft drastisch von 14 Tagen auf bis zu zwölf Monate und 14 Tage.

Wenn dein E-Shop Baukasten kein Plugin für einen Widerrufsbutton hat, dann gehst du genauso vor wie bei den beschriebenen Schritten für Webnodes E-Shop: Erstelle ein Widerrufsformular und verlinke es mit deinem Button oder Text.

Denkst du darüber nach, einen Online-Shop zu eröffnen?

Probier Webnode aus

Copywriter Dorothea Eue

Dorothea Eue ist eine kreative Person mit wissenschaftlichem und marketingtechnischem Hintergrund, die nicht vor dem Sprung ins kalte Wasser zurückschreckt und keine Seite lange leer lässt. Mit ihrem juristischen Blick und ausgeprägten Recherchefähigkeiten macht sie Komplexes und Kompliziertes verständlich. Seit fünf Jahren schreibt sie Texte auf Deutsch und Englisch und schätzt die Vielfalt bei der Erstellung von Infografiken, Tutorials, Blog-Beiträgen und Social-Media-Posts. Wenn sie nicht gerade tippt, wandert sie oder spornt sich mit Trailrunning zu weiteren Aktivitäten an.